Kooperationsregeln

  1. Der behandelnde Arzt der 1. Versorgungsebene überweist Patienten mit einer kardialen Erkrankung, bei denen er eine akutstationäre Behandlung für medizinisch notwendig erachtet, frühzeitig zur fachärztlichen Abklärung der Diagnose bzw. Überprüfung seiner Indikationsstellung für eine stationäre Akutbehandlung an einen Kardiologen des NHN.
  2. Der behandelnde Kardiologe ist verpflichtet, den vom Arzt der 1. Versorgungsebene zugewiesenen Patienten nach Durchführung der ambulanten fachärztlichen Behandlung bzw. poststationären Nachkontrolle unverzüglich mit entsprechenden Therapieempfehlungen zur weiteren hausärztlichen Versorgung an den behandelnden Arzt der 1. Versorgungsebene zurück zu überweisen.
  3. Der behandelnde Leistungserbringer hat die Untersuchungsergebnisse und andere therapierelevante Informationen, z.B. über die medikamentöse Therapie, unverzüglich an den weiterbehandelnden Leistungserbringer zu übermitteln. Hierzu ist dem Patienten mit der Verordnung zur Weiterbehandlung auch der vollständig ausgefüllte Dokumentationsbogen des NHN im Original und bei fachärztlicher bzw. stationärer Behandlung zusätzlich ein Arztbericht für den weiterbehandelnden Leistungserbringer auszuhändigen; der NHN-Dokumentationsbogen kann auch per Fax übermittelt werden. Im Einzelfall ist der weiterbehandelnde Arzt verpflichtet, die relevanten Informationen und Unterlagen vom behandelnden Arzt einzufordern.
  4. Der behandelnde Leistungserbringer hat sicherzustellen, dass der pro Behandlungsfall vollständig ausgefüllte NHN-Dokumentationsbogen ebenfalls unverzüglich per Telefax – oder als Kopie per Post – der Dokumentationsstelle zur Erfassung und Auswertung der Dokumentationsbögen beim Albertinen-Diakoniewerk e.V. übermittelt wird.
  5. Das Krankenhaus führt stationäre Akutbehandlung gemäß der Grundsätze nach §§ 2, 12 und 39 SGB V nur dann durch, wenn nach Art und Schwere der Erkrankung die medizinische Versorgung gemeinsam mit der pflegerischen Betreuung nur mit den Mitteln des Krankenhauses möglich ist, d.h. eine ambulante Versorgung nicht ausreicht, um das Behandlungsziel zu erreichen.
  6. Bei stationärer Aufnahme wird im Rahmen einer unverzüglichen Untersuchung durch einen Krankenhausarzt geklärt, ob die Krankenhausbehandlung medizinisch notwendig ist. Die Aufnahme ist unverzüglich vom leitenden Abteilungsarzt oder seinem Vertreter zu überprüfen.
  7. auf Überweisung von Kardiologen. Eine Rücküberweisung zum überweisenden Kardiologen erfolgt unverzüglich nach Abschluss der Therapie. Ein Notfall liegt insbesondere dann vor, wenn sich der Patient infolge von Verletzung, Krankheit oder sonstigen Umständen entweder in Lebensgefahr befindet oder der Gesundheitszustand eine wesentliche Verschlechterung befürchten lässt, sofern nicht sofortige stationäre Behandlung eingeleitet wird.
  8. Wird bei der Aufnahmeuntersuchung oder im Laufe der Behandlung festgestellt, dass es medizinisch zweckmäßig ist, die Behandlung in einem anderen Krankenhaus durch- oder fortzuführen, ist die Verweisung oder Verlegung in eines der nächsterreichbaren, geeigneten und berechtigten Krankenhäuser unverzüglich zu veranlassen.
  9. Der Patient ist in Häusliche Krankenpflege (§ 37 SGB V) zu entlassen, wenn dieses aus medizinischen Gründen möglich ist. Sobald festgestellt wird, dass das Behandlungsziel durch teilstationäre oder ambulante Behandlung erreicht werden kann, ist diese ggf. durch Verlegung bzw. Entlassung zu veranlassen und ein nahtloser Übergang für den Patienten im Vorwege zu organisieren.
  10. Das Krankenhaus organisiert in Abstimmung mit der Rehabilitationseinrichtung einen nahtlosen Übergang des Patienten in die Anschlussrehabilitation und den Transportservice für den Patienten.
  11. Die Zuweisung von Patienten zu den jeweils am Versorgungsmodell beteiligten Leistungserbringern hat unter Berücksichtigung von Art und Schwere der Erkrankung zu erfolgen. Hierbei soll grundsätzlich der jeweils nächstgelegene Behandlungsort – abhängig vom Wohn- oder Beschäftigungsort des Patienten – gewählt werden.
  12. Die Rehabilitationseinrichtung informiert den weiterbehandelnden Arzt der 1. oder 2. Versorgungsebene rechtzeitig vorab, an welchem Tag der Patient nach Hause entlassen wird und übermittelt ihm unverzüglich den ärztlichen Entlassungsbericht und den Dokumentationsbogen.
  13. Eine Umstellung der Arzneimitteltherapie durch den Arzt der 1. Versorgungsebene soll nur nach Abstimmung mit dem Kardiologen (Arzt der 2. Versorgungsebene) erfolgen. Der Kardiologe prüft und bewertet die vom Arzt der 1. Versorgungsebene vorgeschlagene Therapieumstellung und übermittelt diesem das Ergebnis bzw. eine Empfehlung zur weiteren Therapie.