Leistungskomplexe / Vergütung

1. Ambulante prästationäre Leistungen

ÜH1HA – Prästationäre Leistungen durch Hausarzt oder fachärztlichen Internisten ohne Schwerpunkt Kardiologie (1. Versorgungsebene)

Leistungs-komplex Leistungsumfang
ÜH1HA

40,00 EURO
  • Ausführliche Information und Beratung des Patienten zum Krankheitszustand und zur voraussichtlich weiteren stationären Therapie (sprechende Medizin).
  • Umfassende Information über die integrierte Versorgung, die am NHN teilnehmenden Leistungserbringer und Einschreibung des Patienten unter Berücksichtigung der Einschluss- und Einschreibekriterien.
  • Bei chronischen Erkrankungen, wie z.B. KHK und Herzinsuffizienz, Information über DMP und Motivation zur Teilnahme, falls der Patient noch nicht am DMP teilnimmt.
  • Organisation der weiteren Behandlung mit Vereinbarung eines kurzfristigen Termins für den Patienten bei einem Kardiologen des NHN zur Überprüfung der Notwendigkeit einer stationären Maßnahme. Hierbei sind die Vorgaben im Behandlungspfad und die Kooperationsregeln zu berücksichtigen.
  • Dokumentation der Gründe für eine voraussichtlich notwendige stationäre Maßnahme und Weiterleitung des Dokumentationsbogens an den weiterbehandelnden Kardiologen und per Fax an die NHN-Dokumentationsstelle.
  • In dringenden Fällen erfolgt eine telefonische Beratung mit dem behandelnden Kardiologen (Fallkonferenz); ggf. erhält der Patient noch am gleichen Tag einen Vorstellungstermin beim Kardiologen (Dringlichkeitsverfahren).

Der Arzt der 1. Versorgungsebene übernimmt die Koordination der Behandlung durch den weiteren, an dieser integrierten Versorgung beteiligten Leistungserbringer und die Terminorganisation mit dem weiterbehandelnden Leistungserbringer – in Abstimmung mit dem Patienten.

ÜH2FA – Prästationäre Leistungen durch Kardiologen (2. Versorgungsebene)

Leistungs-komplex Leistungsumfang
ÜH2FA

60,00 EURO
  • Bereitstellung eines kurzfristigen Termins für den Patienten innerhalb von 2 Arbeitstagen zur kardiologischen Untersuchung auf Überweisung eines Arztes der 1. Versorgungsebene
  • Bei vereinbarten Terminen beträgt die Wartezeit grundsätzlich maximal 30 Minuten.
  • Untersuchung des Patienten und Bewertung der vom Arzt der 1. Versorgungsebene vorgeschlagenen stationären Einweisung.
  • Ausführliche Information und Beratung des Patienten zum Krankheitszustand und zu den weiteren Therapiemaßnahmen – ggf. Aufzeigen von Behandlungsalternativen – (sprechende Medizin).
  • Bei Indikationsstellung für eine interventionelle bzw. kardiochirurgische Therapie erfolgt die Beratung über die Möglichkeiten sowie den Nutzen und die Risiken solcher Therapieoptionen auf Basis des individuellen Risikos des Patienten und unter Berücksichtigung evidenzbasierter Behandlungsleitlinien.
  • Umfassende Information über die integrierte Versorgung, die am NHN teilnehmenden Leistungserbringer und Einschreibung des Patienten, wenn dies noch nicht beim Arzt der 1. Versorgungsebene erfolgt ist.
  • Der Arzt der 1. Versorgungsebene erhält unverzüglich den Dokumentationsbogen und einen ausführlichen Arztbericht mit entsprechender Therapieempfehlung, wenn eine Krankenhausbehandlung nicht notwendig ist.
  • Rückgabe des Patienten an den behandelnden Arzt der 1. Versorgungsebene zur Durchführung der modifizierten ambulanten Therapie ist verbindlich.
  • Organisation eines kurzfristigen Aufnahmetermins für den Patienten in einer für Art und Schwere der Erkrankung geeigneten Netzklinik in Abstimmung mit dem Patienten.
  • Die Krankenhausbehandlung beginnt bei planbaren Eingriffen spätestens innerhalb von 2 Wochen.
  • Dokumentation der Gründe für die stationäre Maßnahme und Weiterleitung des Dokumentationsbogens an betreuenden Arzt und/oder aufnehmendes Krankenhaus sowie per Fax an NHN-Dokumentationsstelle.
  • In dringenden Fällen steht der Kardiologe dem Arzt der 1. Versorgungsebene für eine telefonische Beratung (Fallkonferenz) zur Verfügung; ggf. erhält der Patient noch am gleichen Tag einen Vorstellungstermin beim Kardiologen (Dringlichkeitsverfahren).
  • Bei KHK und Herzinsuffizienz Information über DMP und Motivation zur Teilnahme, falls der Patient noch nicht am DMP teilnimmt.


2. Ambulante poststationäre Leistungen

Zur Absicherung des stationären Behandlungserfolgs können bei Risikopatienten bis zu zwei und bei Hochrisikopatienten bis zu drei poststationäre Nachkontrollen erforderlich sein.

Hochrisikopatienten im Sinne dieses Versorgungsangebotes sind beispielsweise Herzpatienten mit instabiler Angina pectoris, Herzinsuffizienz NYHA III+, Herzrhythmusstörungen, kardialen Erkrankungen und zusätzlich schwerwiegende Co-Morbiditäten, wie beispielsweise Diabetes, COPD, Niereninsuffizienz, pAVK oder Arteriosklerose.

Der behandelnde Krankenhausarzt gibt nach Abschluss der Krankenhausbehandlung – unter Berücksichtigung von Art und Schwere der Erkrankung eine Empfehlung zum Umfang der erforderlichen poststationären Kontroll- bzw. Nachuntersuchungen im Dokumentationsbogen des Krankenhauses für den weiterbehandelnden Netzarzt ab, die von diesem zu berücksichtigen ist. Die poststationären Nachuntersuchungen dienen der Absicherung des stationären Behandlungserfolgs und sind daher grundsätzlich in dem vom Krankenhausarzt für den Einzelfall vorgesehen Zeitraum abzuschließen; spätestens jedoch innerhalb von 9 Monaten nach Entlassung aus der stationären Versorgung.

Das Krankenhaus informiert den weiterbehandelnden Netzarzt rechtzeitig vorab über den Tag der Krankenhausentlassung und vereinbart mit diesem einen Termin für die unmittelbar anschließende Kontrolluntersuchung in Abstimmung mit dem Patienten. Der zeitliche Abstand bis zur poststationären Nachuntersuchung (ÜH4HA/FA) für Risikopatienten richtet sich nach den medizinischen Erfordernissen des Einzelfalls. Dies gilt ebenso für die zweite poststationäre Nachuntersuchung (ÜH5HA/FA), die für sogenannten Hochrisikopatienten vorgesehen ist. Bei welchen Herzpatienten eine zweite Nachuntersuchung medizinisch erforderlich ist, beurteilt der behandelnde Krankenhausarzt und gibt hierzu ebenfalls seine Empfehlung im Dokumentationsbogen des Krankenhauses ab.

Die poststationäre Kontrolluntersuchung (ÜH3HA/FA) wird unmittelbar nach Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. der Rehabilitationsklinik durchgeführt und sollte durch den Netzarzt erfolgen, der die Krankenhauseinweisung veranlasst hat.

Im Rahmen der poststationären Kontroll- und Nachuntersuchungen kommen die nachfolgend beschriebenen Leistungskomplexe unter Berücksichtigung von Art und Schwere der Erkrankung zur Anwendung:

ÜH3HA/FA – Poststationäre Kontrolluntersuchung durch Hausarzt/FachärztlichenInternisten ohne Schwerpunkt Kardiologie oder Kardiologen (1. und/oder 2. Versorgungsebene)

Leistungs-komplex Leistungsumfang
ÜH3HA/FA

30,00 EURO
  • Netzarzt wird über Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. über veranlasste Anschlussrehabilitation und in diesem Fall über Tag der Entlassung aus der Rehabilitationseinrichtung durch die jeweilige Klinik informiert.
  • Terminvereinbarung zur Kontrolluntersuchung unmittelbar nach Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. der Rehabilitationsklinik erfolgt durch die Klinik vor Entlassung des Patienten mit dem weiterbehandelnden Arzt.
  • Bei vereinbarten Terminen beträgt die Wartezeit grundsätzlich höchstens 30 Minuten.
  • Behandlungserfolg prüfen, differenzierten Therapieplan auf Basis einer individuellen Risikoabschätzung und unter Berücksichtigung der Therapieempfehlungen des Kardiologen bzw. des Krankenhausarztes erstellen und ausführlich mit dem Patienten erörtern (sprechende Medizin).
  • Complianceförderung durch intensivierte Gespräche bzw. Betreuungsleistungen und umfassende Pharmakotherapieberatung.
  • Arzneimittel-Management.
  • Zielvereinbarungen mit dem Patienten (RR, LDL/HDL, BMI usw.) treffen und Schulungsempfehlungen besprechen.
  • Empfehlungen zur gesunden Lebensführung einschließlich Ernährungsberatung, Teilnahme an Herzsportgruppen, Raucherentwöhnungskursen, ergänzenden Maßnahmen zur Rehabilitation; Patientenberatung erfolgt ggf. unter Einbeziehung des Lebenspartners.
  • Ausführliche Erörterung des Krankenhausentlassungsberichts.
  • Erstellung und Weiterleitung des Dokumentationsbogens an den weiterbehandelnden Netzarzt und per Fax an die NHN-Dokumentationsstelle.
  • Abstimmung mit Kardiologen bei therapierelevanter Umstellung der Arzneimitteltherapie durch Arzt der 1. Versorgungsebene (Fallkonferenz).
  • Terminvereinbarung für eine Kontrolluntersuchung durch den mit-behandelnden Netzarzt der 1. oder 2. Versorgungsebene in Abstimmung mit dem Patienten vornehmen.
  • In dringenden Fällen steht der Kardiologe dem Hausarzt für eine telefonische Beratung (Fallkonferenz) zur Verfügung.

Unter Berücksichtigung der vom Krankenhausarzt abgegebenen Empfehlung zu den poststationären Nachuntersuchungen übernimmt der behandelnde Arzt die Koordination der Nachuntersuchung für Risikopatienten durch einen an dieser integrierten Versorgung beteiligten Netzarzt und vereinbart mit diesem einen Termin für die Nachuntersuchung
? in Abstimmung mit dem Patienten.

ÜH4HA/FA – Poststationäre Nachuntersuchung durch Hauarzt/Fachärztlichen Internisten ohne Schwerpunkt Kardiologie oder Kardiologen (1. und/oder 2. Versorgungsebene)

Leistungs-komplex Leistungsumfang
ÜH4HA/FA

30,00 EURO
  • Reminder für vereinbarte Termine zur Nachuntersuchung.
  • Bei vereinbarten Terminen beträgt die Wartezeit grundsätzlich höchstens 30 Minuten.
  • Überprüfung des therapeutischen Verlaufs (z.B. durch Statuserhebung) und ausführliche Beratung des Patienten entsprechend seines individuellen Risikos und ggf. bestehender Co-Morbiditäten (sprechende Medizin); ggf. individuellen Therapieplan modifizieren.
  • Überprüfung der Compliance.
    •Bei schlechter Compliance ausführlich über individuell geeignete Maßnahmen zur Förderung der Compliance beraten und mit Patienten vereinbaren.
  • Überprüfung der Arzneimitteltherapie und ggf. Anpassung der Arzneimitteltherapie in Abstimmung mit dem Arzt der 1. Versorgungsebene vornehmen.
  • Ggf. Therapieempfehlung des Kardiologen für Arzt der 1. Versorgungsebene modifizieren.
  • Überprüfung der Zielvereinbarung (RR, LDL/HDL, BMI usw.) und ggf. erneute Beratung des Patienten zur gesunden Lebensführung einschließlich Ernährungsberatung und Motivation zur aktiven Teilnahme an ergänzenden Therapie- und Schulungsangeboten wie z.B. Herzsportgruppen, Raucherentwöhnungskurse; ggf. Zielvereinbarung anpassen.
  • Erstellung und Weiterleitung des Dokumentationsbogens an den weiterbehandelnden Netzarzt und per Fax an die NHN-Dokumentationsstelle.
  • Bei Hochrisikopatienten1) ggf. Terminvereinbarung für eine weitere Nachuntersuchung durch den mitbehandelnden Netzarzt der 1. oder 2. Versorgungsebene vornehmen, soweit dies vom behandelnden Krankenhausarzt empfohlen wurde.
  • In dringenden Fällen steht der Kardiologe dem Hausarzt für eine telefonische Beratung (Fallkonferenz) zur Verfügung.

Unter Berücksichtigung der vom Krankenhausarzt abgegebenen Empfehlung zu den poststationären Nachuntersuchungen übernimmt der behandelnde Arzt die Koordination der zusätzlichen Nachuntersuchung für Hochrisikopatienten durch einen an dieser integrierten Versorgung beteiligten Netzarzt und vereinbart mit diesem einen Termin für die Nachuntersuchung ? in Abstimmung mit dem Patienten.

1) Hochrisikopatienten im Sinne dieses Versorgungsangebotes sind beispielsweise Herzpatienten mit instabiler Angina pectoris, Herzinsuffizienz NYHA III+, Herzrhythmusstörungen, kardialen Erkrankungen und zusätzlich schwerwiegende Co-Morbiditäten, wie beispielsweise Diabetes, COPD, Niereninsuffizienz, pAVK oder Arteriosklerose.

ÜH5HA/FA – Poststationäre Nachuntersuchung für Hochrisikopatienten durch Hausarzt/Fachärztlichen Internisten ohne Schwerpunkt Kardiologie oder Kardiologen (1. und/oder 2. Versorgungsebene)

Leistungs-komplex Leistungsumfang
ÜH5HA/FA

40,00 EURO
  • Reminder für vereinbarte Termine zur Nachuntersuchung.
  • Bei vereinbarten Terminen beträgt die Wartezeit grundsätzlich höchstens 30 Minuten.
  • Überprüfung des therapeutischen Verlaufs (z.B. durch Statuserhebung) und ausführliche Beratung des Patienten entsprechend seines individuellen Risikos und ggf. bestehender Co-Morbiditäten (sprechende Medizin); ggf. individuellen Therapieplan modifizieren.
  • Überprüfung der Compliance.
  • Bei schlechter Compliance ausführlich über individuell geeignete Maßnahmen zur Förderung der Compliance beraten und mit Patienten vereinbaren.
  • Überprüfung der Arzneimitteltherapie und ggf. Anpassung der Arzneimitteltherapie in Abstimmung mit dem Hausarzt/Kardiologen vornehmen.
  • Ggf. Therapieempfehlung des Kardiologen für Hausarzt modifizieren.
  • Überprüfung der Zielvereinbarung (RR, LDL/HDL, BMI usw.) und ggf. erneute, intensivere Beratung des Patienten zur gesunden Lebensführung einschließlich Ernährungsberatung und Motivation zur aktiven Teilnahme an ergänzenden Therapie- und Schulungsangeboten wie z.B. Herzsportgruppen, Raucherentwöhnungskurse.
  • Patientenberatung erfolgt ggf. unter Einbeziehung des Lebenspartners.
  • Erstellung und Weiterleitung des Dokumentationsbogens an den weiterbehandelnden Netzarzt und per Fax an die NHN-Dokumentationsstelle.
  • In dringenden Fällen steht der Kardiologe dem Hausarzt für eine telefonische Beratung (Fallkonferenz) zur Verfügung.

Die Teilnahme des Herzpatienten am Behandlungsangebot "Überleitsystem Herz" nach diesem Vertrag ist nach Abschluss der vom Krankenhausarzt empfohlenen poststationären Nachuntersuchungen (bei Risikopatienten der Leistungskomplex ÜH4HA/FA und bei Hochrisikopatienten der Leistungskomplex ÜH5HA/FA) automatisch beendet; spätestens jedoch nach Ablauf von 9 Monaten ab Entlassung aus der stationären Versorgung.